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Berlin isst anders

30. Januar 2013 von Steve Heinecke

Berliner pflegen eine völlig andere Esskultur als der Rest des Landes. Sie sind alleine schon deutlich spendabler, wenn sie ein Restaurant besuchen. Jeder Dritte gibt dafür 25 Euro oder mehr aus – im Bundesdurchschnitt ist nur jeder fünfte Bundesbürger derart großzügig.

Sprudel? Ja – für Berliner aber nur im Champagner-Glas! 

Auch was die bevorzugten Getränke betrifft, ist der Berliner anders gepolt als der durchschnittliche Deutsche. So werden hier deutlich mehr edle Schaumweingetränke bestellt als im Rest des Landes, wo vor allem Bier und Wein angesagt sind. 40 Prozent der Berliner Bürger lassen die Korken von Schaumweinflaschen knallen, wenn sie essen gehen. Ein solch perliges Vergnügen gönnen sich im Vergleich nur 13 Prozent der Bundesbürger. Während in Deutschland jeder zweite Restaurant-Besucher ein Bier zum Essen bestellt, ordern das in Charlottenburg oder am Prenzlauer Berg nur 30 Prozent der Gastronomie-Besucher. Ähnlich verhält es sich bei stillem Wasser, das in Berlin nur 18 Prozent trinken, im ganzen Land allerdings 41 Prozent. Dafür finden Soft Drinks wie Cola, Limonade oder Fruchtsaftschorlen in Berlin nahezu reißenden Absatz (65 Prozent), während anderenorts nur wenige zu derartigen Erfrischungsgetränken greifen (31 Prozent).

 

Asiatisch statt Schnitzel

Doch damit nicht genug: Die sonst im Land mit Abstand beliebteste gut bürgerlich-deutsche Küche hat es in der Hauptstadt schwer. Denn in Berlin liegen asiatische Kochkünste an der Spitze der Gunst der Restaurantbesucher, gefolgt von italienischer und griechischer Küche. Eisbein und Schnitzel folgen dagegen erst auf dem vierten Rang.

 

Geschäfte werden in Berliner Restaurants gemacht

Selbst wenn es darum geht, mit wem der Berliner essen geht, lassen sich Unterschiede zum allgemeinen Verhalten im Land feststellen: So ist Berlin nicht nur die Bundeshauptstadt für Politiker und Beamte, sondern auch die Hauptstadt der Business-Essen. Denn ein Drittel der Studienteilnehmer geben an, mit ihren Geschäftspartnern essen zu gehen – 11 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt. 81 Prozent der Befragten gehen regelmäßig mit ihrem Partner essen – auch das mehr als im Mittel des Landes (69 Prozent). Dafür ist der Anteil derjenigen, die mit der Familie ein Restaurant besuchen geringer – mit 64 Prozent um 20 Prozent geringer als im Rest der Bundesrepublik.

 

Was denkt Ihr? Warum essen und trinken die Berliner so anders?

 

Hier findet Ihr weitere interessante Informationen aus unserer Studie:

Das isst Deutschland

Das essen die Bayern 

Über den Autor Steve Heinecke

Steve arbeitet und lebt in Berlin. Nach seinem Studium verbrachte er einige Zeit in Ägypten und schwärmt seitdem von der sehr schmackhaften, ägyptischen Küche. Vor allem vermisst er Om Ali, ein sehr beliebtes Dessert, zu dem eigentlich immer ein schöner Karkadeh (Hibiskustee) passt. Wer in Ägypten einmal gemütlich essen gehen möchte, dem Kamelfleisch grundsätzlich nicht abgeneigt ist und einen perfekten Service mag, dem empfiehlt er das Restaurant B’s at Marina in Hurghada.
Steve Heinecke
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