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Nicht spektakulär, aber immer einen Besuch wert

30. November 2012 von Anne Rieck

 

Der norddeutsche Gasthof

Zwei Anliegen heute: zum Einen möchte ich auf eine vermeintlich wenig spektakuläre Restaurantgattung aufmerksam machen, nämlich auf den Deutschen Gasthof. Genau genommen den norddeutschen Gasthof (mit mittel- oder süddeutschen Gasthöfen kenne ich mich bedauerlicherweise nicht aus).  Zum Zweiten möchte ich einem ganz besonderen Exemplar dieser Restaurantart gratulieren.

 

1. Wo befindet sich der Norddeutsche Gasthof?

Nun, mitten in einer Großstadt, beispielsweise Hamburg, sucht man ihn vergeblich - dort ist er längst der Mondänität und der Konkurrenz aus In- und Ausland zum Opfer gefallen. Die wenigen Restaurants, die sich heutzutage noch der norddeutschen Küche zuwenden, haben in der Regel wenig gemein mit dem klassischen Gasthof. Die Wahrscheinlichkeit einen zu finden steigt mit der Entfernung in Kilometern, die man sich auf einer Landstraße von dem Zentrum einer Stadt entfernt. Er ist in ländlichen Gegenden zu Hause und bildet nicht selten das Herzstück einer Ortschaft, die es nachweislich schon deutlich länger gibt, als in Deutschland Pizza gegessen wird. In unmittelbarer Nähe eines Gasthofs befinden sich oft potentielle Lieferanten, wie Bauernhöfe, Metzgereien oder auch Forstgebiete mit viel Wild.

 

 

2. Wer betreibt einen Norddeutschen Gasthof?

Es sind meist Familienbetriebe und entsprechend findet man dort die ganze Familie seit Generationen mit verschiedenen Aufgaben im Unternehmen beschäftigt. Im Gegensatz zur üblichen Situation in Restaurants im städtischen Raum wechselt auch das angestellte Personal nicht im Sechs-Monats-Takt, sondern bleibt oftmals bis zur Rente oder sogar darüber hinaus im Dienste eines Betriebes. Aus diesen Gründen findet man dort eine sehr familiäre und angenehme Atmosphäre vor.

 

3. Wie sieht ein Norddeutscher Gasthof aus?

Innen wie außen geht es eher rustikal zu, denn meist sind es historische Gebäude, in denen sich die Wirtschaften befinden. In der Regel gibt es einen oder mehrere Gasträume und meist dazu einen Saal für Veranstaltungen aller Art. Das Interieur ist eher mit warmem Holz als mit kühlem Stahl oder Glas versehen.

 

 

 

 

4. Jetzt mal zur Sache -  Was gibt es dort zu essen?

Die Speisekarte erinnert an Omas Repertoire, lediglich umfangreicher ist es und variabler mit den Beilagen (wobei das wahrscheinlich von der Oma abhängt). Es gibt Deftiges und Herzhaftes vom Schwein, vom Rind und von der Kartoffel. Es gibt Brote mit Käse, Schinken oder Wurst. Der Fisch kommt aus umliegenden Seen und gelegentlich aus der Nordsee. Es gibt ein paar Salate und ein paar Gemüsegerichte, dazu kommen saisonale Angebote, z.B. Spargel im Frühjahr und Grünkohl im Winter. Einige wenige exotischere Gerichte à la Toast Hawaii haben es vielleicht im Laufe der Jahre auf die Karte geschafft, Firlefanz wie Variationen vom rohen Fisch auf oder in  Reis sucht man vergeblich. Der Fisch oder das Fleisch kommt übrigens mit und nicht an seinen Beilagen. Die Portionen eignen sich ausnahmslos für den ausgewachsenen Hunger.


 

 

Und nun zum besonderen Gruß an einen besonderen Gasthof:

Liebe Familie Teegen im Hotel Teegen in Leezen: alles, alles Gute zum 100. Geburtstag!

Vielen Dank für die vorübergehende Beherbergung als wir aus England zurücksiedelten und die vielen schönen Feste. Danke für die Zwiebel- und Spargelsuppen, das Eisbein, das beste Tartar der Welt, die Bratkartoffeln mit und ohne Speck, das Roastbeef, den gebackenen Camembert, das Steckrübenmus, den Grünkohl, den Spargel und, und, und. Ich könnte die komplette Speisekarte aufzählen, es ist alles köstlich. Danke, dass man sich bei Euch immer willkommen fühlt und “gracias”, José, für den immer perfekten und geduldigen Service, auch wenn wir uns mal wieder die Gerichte nach eigenem Gutdünken und Geschmack zusammenstellen. Wir werden immer gerne zu Euch kommen - am zweiten Weihnachtsfeiertag, am zweiten Ostertag und wann auch immer sonst irgendetwas gefeiert werden kann!


 

Hotel Teegen / Restaurant - Café | Heiderfelder Straße 5 + 7 | 23816 Leezen | Telefon 04552 – 99670 | E-Mail: info@hotel-teegen.de

 

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Alle Fotos in diesem Artikel (c) Anne und Gesa Rieck.

Über den Autor Anne Rieck

Anne ist Fisch, aber isst keinen Fisch. Genau genommen ist ihr alles, was auf den Teller kommt und vorher im Wasser lebte eher zuwider. Sie mag ihr Essen lieber einfach und traditionell als kompliziert und neumodisch, dafür aber gerne mit hochwertigen Zutaten und perfekt zubereitet – aus welcher Küche dieser Erde das dabei kommt ist ihr egal. Hotellerie und Gastronomie sind schon immer ihre Welt gewesen, weswegen sich die gelernte Hotelfachfrau in diesen Branchen und inzwischen in Diensten von Bookatable am wohlsten fühlt. In ihrer Freizeit widmet sich Anne am liebsten ihren drei großen Leidenschaften: dem Reisen, dem Essen und dem FC St. Pauli. Anne Rieck Autor Profil ansehen

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