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Was isst man in... Singapur?

16. September 2014 von Globetrottergirls

‚Eine Mischung aus Schweißsocken, fauligen Eiern und Bio-Abfällen, die zu lange in der Sonne gelegen haben‘ oder ‚die Kabine einer Fußballmanschaft nach einem 90-minütigen Spiel gemischt mit verdorbenem Obst‘… ‚Der Geschmack alter Zwiebeln kombiniert mit dem Geruch von einem Abwasserkanal und der Konsistenz einer matschigen Pampe.‘ ‚Babydurchfall gepaart mit verrottetem Fleisch und Fruchtsaft, der schon gärt.‘

Durian in Hülle und Fülle

Dies sind nur einige der Beschreibungen, die die Durian sich regelmäßig gefallen lassen muss, und obwohl diese Charakteristiken nicht gerade verlockend klingen, gilt sie in Singapur und anderen Ländern Südostasiens als Delikatesse und sogar ‚Königin der Früchte‘. Die Durian ist nicht nur heißbegehrt, sondern in diesen Ländern auch die teuerste Frucht.

Durian auf dem Wochenmarkt - teure Frucht

Aber was genau ist die Durianfrucht?

Rein äußerlich kann man die Durian am ehesten mit einer Riesenkastanie vergleichen: eine harte, hellgrüne, mit Stacheln bedeckte Schale, in der sich die Frucht verbirgt. Im Unterschied zur kleinen Kastanie ist eine reife Durian jedoch zwischen zwei und vier Kilo schwer, variiert in der Größe von bowlingkugel- bis kopfgroß, und die Stacheln können sehr schmerzhaft sein, vor allem wenn die Frucht mit hoher Geschwindigkeit vom Baum fällt (von einer Durian getroffen zu werden ist in der Tat kein seltener Unfall und kann schwerwiegende Verletzungen mit sich bringen!).

Straßenverkäuferin wiegt Durian

Zum Öffnen der dicken Schale benötigt man ein scharfes Messer, und nach einem tiefen Einschnitt lässt sich die Frucht in zwei Hälften brechen. Im Inneren verbergen sich fünf Fruchtkammern, in denen sich jeweils ein bis fünf Kerne verbergen. Um diese Kerne herum befindet sich das Fruchtfleisch, eine weiche, cremige, gelbe Masse, die circa einen Zentimeter dick um den Kern herum angesiedelt ist. Das Fruchtfleisch wird dann direkt vom Kern abgesaugt, vergleichbar mit dem Verzehr eines weichen Pfirsiches.

geöffnete Durian mit Fruchtfleisch und Kernen

Sobald die Durian geöffnet ist, strömt der starke, penetrante Geruch ununterbrochen heraus – was zum Bann der Frucht in vielen öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden und Hotels führte. Will man eine Durian genießen, so muss man das direkt nach dem Kauf auf der Straße tun oder in den eigenen vier Wänden. Es heißt, je strenger der Geruch, desto besser die Durian. Die Frucht gibt es, vergleichbar mit Apfelsorten, in verschiedenen Arten. Preis und Qualität variieren je nach Art erheblich. Während der Saison im April und Mai findet man Durianfrüchte überall an kleinen Ständen am Straßenrand und so ziemlich jedem Markt Südostasiens, von Thailand bis Indonesien.

Durian in verschiedenen Sorten

In Davao auf den Philippinen und in Kampot, Kambodscha, liebt man die Durian sogar so sehr, dass man ihr mit riesigen Denkmälern huldigt.

Durian-Denkmal in Kambodscha

Wenn man die Durian probiert, entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden, ob man die Frucht liebt oder hasst – ein Zwischending gibt es nicht. Die meisten Südostasienbesucher, die die Durian trotz des üblen Gestanks kosten, können sich nicht mit der matschigen, geradezu schleimigen Konsistenz und dem seltsamen Geschmack anfreunden, dem oft eine Zwiebel- und manchmal auch eine Knoblauchnote nachgesagt wird – zusätzlich zu den angepriesenen Vanille- und Walnussnoten, die die Durian so begehrt machen.

Entweder man liebt oder hasst sie: Durian

In Singapur findet man während der Duriansaison kaum ein Gericht, in das nicht auf die eine oder andere Art Durian eingearbeitet wurde: sie wird in Kuchen und süßen Teilchen verarbeitet, ist als Geschmackssorte bei Eiskreme und Milchshakes und sogar Cappuccino zu finden, wird in Pralinen gefüllt und als Marmeladensorte sowie Saft angeboten. In Michelin-Stern-Restaurants versuchen die Köche, sich gegenseitig mit den kreativsten Durian-Kreationen zu übertrumpfen, und die High Society genießt die Frucht so wie wir hierzulande Wein oder Trüffel genießen.

 

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Alle Fotos in diesem Artikel (c) von den Globetrotter Girls.

Über den Autor Globetrottergirls

Dani Heinrich reist seit April 2010 als digitale Nomadin non-stop um die Welt und berichtet auf ihrer Webseite "Globetrottergirls.com" über ihre Abenteuer, kulinarische Entdeckungen, Missgeschicke und Höhepunkte ihrer Reisen. Die Vegetarierin liebt Street Food, Road Trips und Großstädte. Mexiko, Guatemala und Kambodscha sind drei Länder, von denen sie nicht genug kriegen kann. Autor Profil ansehen

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