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Was isst man in... Israel?

24. Oktober 2014 von Globetrottergirls

Kochkurs in Jerusalem

Die Frage, was genau israelische Küche ist, lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen macht das Land zu einem kulinarischen Sammelsurium, in dem sich Geschmäcker und Gewürze von Dutzenden verschiedener Bevölkerungsgruppen, die die Region des heutigen Israels im Laufe der Jahrhunderte durchquert haben, vermischen. Als Staat im Nahen Osten sind nordafrikanische und orientalische Einflüsse deutlich spürbar, die jüdische Küche spielt eine große Rolle und der große arabische Bevölkerungsanteil sorgte dafür, dass Speisen wie Shakshuka, Baklava oder Schawarma aber auch Schnitzel und gehackte Leber einen festen Platz in Israels Küchen gefunden haben.

Zu den gängisten Speisen zählen frischer Fisch, Kebab, Falafel und Humus – Gerichte, die man in fast jedem Restaurant findet, von einfachen Variationen am Straßenstand bis hin zu raffinierten Variationen im Sterne-Restaurant.

Eine beliebte Art in Israel zu speisen ist das Mezze, eine Palette von Snacks und Vorspeisen, die in kleinen Schüsselchen gereicht werden und stets mit frischem Pita-Brot serviert werden. Mezze kann man schon zum Frühstück bekommen, wobei es im Restaurant meist entsprechend der Anzahl der Gäste serviert wird, d.h. je mehr Personen am Tisch, desto mehr Schüsselchen, oder desto größer die Schüsseln. Dazu gehören Oliven, Hummus, Baba Ghanoush, Tahina, Zhoug (Chilipaste mit Petersilie und Koriander), gerösteter Blumenkohl und eingelegtes gegrilltes Gemüse.

Israelische Mezze

Das bekannteste Frühstücksgericht des Landes ist Shakshuka, eine aus Nordafrika stammende Eierspeise, bei der die Eier in einer scharfen Sauce aus Tomaten, Chilischoten, Knoblauch, Zwiebeln und teilweise anderen Gemüsen wie Paprika und Aubergine gebacken oder pochiert werden. Shakshuka ist so beliebt, dass es heutzutage nicht nur zum Frühstück, sondern zu jeder Tageszeit gegessen wird, und auch in Restaurants von morgens bis abends bestellt werden kann.

Shakshuka

Was genau sich hinter Begriffen wie Baba Ghanoush und Tahini verbirgt, lerne ich auf einer Markt- und Kochtour in Jerusalem, bei der ich mit einer kleinen Gruppe kulinarisch interessierter Israelbesucher einen Einblick in die Kunst der Landesküche erhalte.

Oliven auf dem Markt in Jerusalem

Die farbenfrohen Gemüsemarktstände sind kennzeichnend für die meisten Gerichte Israels: rote, grüne und gelbe Paprika, pralle Tomaten, tiefviolette Auberginen, dunkelrote Chilischoten und die typischen israelischen Minigurken.

Paprika auf dem Markt in Tel Aviv

Schon zum Frühstück wird in Israel stets ein Salat serviert, der in der Regel aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln gemacht wird.

Auf dem Markt lernen wir, dass Kichererbsen, Sesam, Koriander, Zwiebeln, Tomaten und Gurken die Grundlage vieler israelischer Gerichte bilden. Es werden außerdem Linsen in allen Farben gegessen, Reis ist prävalent und Getreide wie Bulgur und Couscous gehören zu vielen Mahlzeiten. Der Einfluss der osteuropäischen jüdischen Kultur ist in Speisen wie Schnitzel, Borschtsch, gehackter Leber, gefilte Fisch (gefüllter Fisch) und gekochtem Huhn zu sehen.


Die wichtigsten Bestandteile und Mahlzeiten der israelischen Küche sind:

Brot: Insbesondere für die jüdische Bevölkerung spielt Brot in allen Arten eine große Rolle. Bäckereien gibt es zu genüge, und auf den Märkten gibt es immer mehrere Brotstände, die die verschiedenen Brotarten, Brötchen, Bagel, das runde Rosh-Hashanah Brot, Challah-Brot und das geflochtene Sabbat-Brot verkaufen. Das aus Arabien stammende Pita-Brot ist auch überall zu finden.

Jüdische Brotsorten in Bäckerei

Fisch: Als Mittelmeerland hat Israel einen stetigen Zugang zu frischem Fisch, der meist auf Holzkohle gegrillt wird und in jedem Haushalt und Restaurant regelmäßig gegessen wird. Insbesondere sind beim Fisch das bekannteste jüdische Gericht, der Gefilte Fisch, und Harimeh, eine nordafrikanische Fischspezialität, zu nennen. Der Gefilte Fisch besteht aus einer Masse zusammengepressten Fischs (Hecht, Karpfen oder Weißfisch) der mit einer dicken Pastete serviert wird. Dieses Gericht wird vor allem am Schabbat und anderen Feiertagen gegessen. Harimeh ist ein schmackhaftes scharf gewürztes Fischgericht, das mit Tomaten, Knoblauch, Cayennepfeffer und Kümmel gemacht wird.

Aubergine: Aubergine wird hauptsaechlich in zwei Formen serviert: Die erste ist Baba Ghanoush, ein Püree aus Auberginen und Tahina (Sesampaste), dass als Dip im Mezze oder als Beilage zum Falafel oder Kebab serviert wird. Die zweite Form ist die gegrillte Aubergine, die als Ganzes im Ofen gebacken und anschließend geschält wird. Vor dem Servieren werden Tahina und Olivenöl daraufgetröpfelt und wahlweise Cranberries, Mandeln, Feta oder Koriander darüber gestreut.

gefüllte Aubergine, Cranberries

Tahina: Eine Paste aus gemahlenen Sesamkörnen und die wichtigste Zutat für Hummus. Die Paste wird mit Zitronensaft und Knoblauch vermischt und für viele Gerichte verwendet, sowie als Dip.

Hummus: Kichererbsenbrei mit Tahina, Olivenöl, Knoblauch Zitronensaft und Salz.

Hummus mit Pitabrot und eingelegtem Gemüse

Boreka: Gefüllte Teigtaschen mit Gemüse oder Käse, die auch in der Türkei sehr populär sind.

Schwarma: geröstetes Fleisch, das von einem rotierenden Drehspieß abgeschnitten wird das in dünnes Fladenbrot gewickelt wird

Falafel: Kichererbsenbrei, der mit Gewürzen verfeinert und dann in heißem Öl frittiert wird.

Falafel

Taboulé: Ein ursprünglich aus dem Libanon stammender Salat aus Bulgur, Tomaten, Zwiebeln, Petersilie und Zitronensaft, der anschließend mit Minze, Olivenoel, Pfeffer und Salz gewürzt wird.

Tabuleh

Kebab: gegrilltes Lamm- oder Rinderhackfleisch, dass in der Form von kleinen Bällchen serviert wird.

 

Nachspeisen sind in Israel sehr beliebt, und hierbei sind insbesondere drei Dinge zu nennen:

Jüdische Backwaren: Diese sind deutschen Süßspeisen sehr ähnlich. Es gibt Plätzchen, Kuchen und andere süße Teigwaren in unzähligen Bäckereien.

Jüdische, süße Backwaren

Baklava: Diese Süßspeise wird aus Blätterteig mit Nüssen oder Pistazien und Sirup oder Honig gemacht und ist im gesamten Nahen Osten sowie der Türkei populär.

Balava - auch in Israel beliebt

Halva: Eine Süßspeise, die aus Sesam gemacht wird und mit Honig, Pistazien, Vanille, Kakao, Mandeln oder Nüßen verfeinert wird. Im Markt sehen die großen Halvalaiber aus wie Kuchen.

Halva

Dazu wird Kaffee nach arabischer Art gereicht: in einer speziellen Kanne gebrüht und mit Kardamon gewürzt, stark und schwarz aus einer kleinen Tasse getrunken.

Habt Ihr schon mal Israelisch gegessen?

 

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Alle Fotos in diesem Artikel (c) von den Globetrotter Girls.

Über den Autor Globetrottergirls

Dani Heinrich reist seit April 2010 als digitale Nomadin non-stop um die Welt und berichtet auf ihrer Webseite "Globetrottergirls.com" über ihre Abenteuer, kulinarische Entdeckungen, Missgeschicke und Höhepunkte ihrer Reisen. Die Vegetarierin liebt Street Food, Road Trips und Großstädte. Mexiko, Guatemala und Kambodscha sind drei Länder, von denen sie nicht genug kriegen kann. Autor Profil ansehen

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