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21 Tage Zucker-Detox: Kampfansage an die süße Droge

15. August 2014 von Globetrottergirls

Dass Zucker sich zu einer Volksdroge entwickelt hat, ist kein Geheimnis: 35 Kilo Zucker isst der Durchschnitts-Deutsche mittlerweile pro Jahr. Seit gezuckerte Säfte und Limonaden, Fertiggerichte und süße Snacks aus unserem Ernährungsplan nicht mehr wegzudenken sind, konsumieren wir mit 100 Gramm Zucker am Tag mehr als das Doppelte der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Tagesdosis.

 

Deutsches Frühstück enthält empfohlene Tagesdosis an Zucker

Ein Frühstück reicht schon, um die empfohlene Tagesration Zucker zu decken

Zucker: In fast allen hochverarbeitenden Lebensmitteln versteckt
Das Problem mit Zucker ist, dass er schon lange nicht mehr nur in Süßigkeiten und Limonaden zu finden ist, sondern in der einen oder anderen Form im täglichen Brot, Milch, Naturjoghurt, Pasta, weißem Reis und Kartoffeln, und so ziemlich sämtlichen hochverarbeiteten Lebensmitteln. Beim Einkaufen im Supermarkt ist es schwierig, noch Lebensmittel ohne Zucker zu finden. Wenn man Sachen wie Sucrose, Sucralose, Aspartam, Dextrose, Glucose, Fructose oder Sirup auf der Zutatenliste sieht heißt das: Zucker!


Wer sich bewusst mit seinem Körper und Essverhalten auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass Zucker eine enorme Rolle spielt – und tatsächlich ein Suchtmittel ist - mit leeren Energien und ohne jeglichen Nährwert. Wie bei Heroin oder Kokain führt die Aufnahme von großen Zuckermengen zum erhöhten Ausstoß von Dopamin, was Freudegefühle auslöst.

 

Kirsschkuchen - ein Zuckereldorado

Die süße Versuchung - nicht immer ist Zucker so offensichtlich enthalten, wie bei diesem Kirschkuchen


Die Anti-Zucker-Bewegung
Inzwischen gibt es vor allem in den USA eine zunehmende Anti-Zucker-Bewegung, in der sich immer mehr Menschen dazu entschließen, Zucker aus ihrer Ernährung zu streichen, oder zumindest eine sogenannte Zuckerentgiftungskur – eine Zucker-Detox - zu machen. Der Trend zur Letzteren wird auch in Deutschland immer populärer: ein beliebtes Ernährungsexperiment ist drei oder vier Wochen ohne Zucker auszukommen.

Wie funktioniert eine Zuckerentgiftungskur?
Eine Zucker-Detox ist nicht einfach. Wenn man bewusst schaut, welche Nahrungsmittel Zucker enthalten bzw. unseren Blutzuckerspiegel beeinflussen (alle Lebensmittel mit hohem Glykämischen Index, d.h. kohlenhydratehaltige Nahrung, die den Blutzuckerspiegel beeinflusst), verlieren die meisten schnell die Lust und Motivation, die Entgiftung durchzuhalten: kein Weißmehl, Gluten, Kartoffeln, weißer Reis, Nudeln, Getreideflocken, und natürlich keinerlei Süßigkeiten – nicht einmal Honig. Auch die meisten Obstsorten sind tabu, weil sie einen hohen Zuckergehalt haben. Für eine erfolgreiche Detox ist es wichtig, sich gut vorzubereiten: Rezepte heraussuchen, Einkaufslisten machen, am besten für ein paar Tage vorkochen. Hochverarbeitete Lebensmittel sind praktisch komplett tabu.

Ideal ist es, einem Programm zu folgen wie Diane Sanfilippo’s "21 Day Sugar Detox", die es sogar auf die New York Times Bestselle-Liste geschafft hat, und eine große Auswahl an Rezepten enthält. Dabei merkt man auch, dass man zum Beispiel gar nicht auf leckere Nachspeisen verzichten muss – Schokoladenkuchen oder –pudding macht man einfach mit ungezuckertem Kakaopulver und nutzt Avocados um die cremige Konsistenz zu erreichen. Das mag eklig klingen, ist aber in der Tat sehr lecker. Pizza kann man auch weiter essen, solange man den Teig mit einer Blumenkohlkruste ersetzt, und backen kann man mit Nussmehlen anstatt Weizenmehl. Somit kann man den Heißhungerattacken auf Süßes weiterhin nachgeben und gleichzeitig alternative Rezepte ausprobieren – und lernen, dass ein Leben ohne Zucker tatsächlich möglich ist.

 

Zuckerfreie Pizza mit Blumenkohlkruste

Zuckerfreie Pizza: Blumenkohl- anstatt Weizenmehlkruste

Die positiven Effekte einer Zuckerentgiftung
Diejenigen, die das Zucker-Detox-Experiment durchhalten, schwören auf die positiven Auswirkungen der Kur: man nimmt Geschmäcker wieder intensiver wahr, insbesondere süße Sachen. So manch einem ist Kuchen oder Schokolade danach sogar zu süß! Außerdem wird das Ernährungsbewusstsein geschult – wenn man sich einmal damit auseinander gesetzt hat, welche Lebensmittel Zucker enthalten, nimmt man bedachter wahr, wie viel der süßen Droge man tatsächlich jeden Tag zu sich nimmt und kann seine Zuckerzufuhr verringern. Die Heißhungerattacken sind leichter kontrollierbar, weil man ein besseres Verständnis dafür bekommt, wie Essen sich auf unseren Körper auswirkt. Viele Zuckerentgifter machen es sich zur Gewohnheit, alle paar Monate oder einmal im Jahr eine Detox zu machen, um Insulinspiegel und Geschmackssinn umzuprogrammieren. Einige bleiben sogar gänzlich zuckerfrei, weil sie die angenehmen Nebenerscheinungen des zuckerlosen Lebens – die plötzliche Energie, schöne Haut und das erhöhte Konzentrationsvermögen – nicht mehr missen möchten.

 

Komplett zuckerfreie Cupcakes

Komplett zuckerfreie Cupcakes mit Avocado-Kakaocreme und Kokosnussmehl

Lust aufs Ausprobieren bekommen?
Als weiterführende Lektüre und als Anregung für eine Zuckerentgiftungskur empfehle ich Zucker - Der heimliche Killer, Martina Fontanas Voll auf Zucker!: Wie Sie die Sucht nach Süßem überwinden, Frei von Zuckersucht – Ein 10-Schritte Programm oder auf Englisch I quit sugar von Sarah Wilson.

 

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Alle Fotos in diesem Artikel (c) von den Globetrottergirls.

Über den Autor Globetrottergirls

Dani Heinrich reist seit April 2010 als digitale Nomadin non-stop um die Welt und berichtet auf ihrer Webseite "Globetrottergirls.com" über ihre Abenteuer, kulinarische Entdeckungen, Missgeschicke und Höhepunkte ihrer Reisen. Die Vegetarierin liebt Street Food, Road Trips und Großstädte. Mexiko, Guatemala und Kambodscha sind drei Länder, von denen sie nicht genug kriegen kann. Autor Profil ansehen

Kommentare (2) -

 

Meine Frage: Ich weiss schon seit langer Zeit, dass in fast allen Produkten, die man kaufen kann, Zucker enthalten ist - sei es Tomatenpurée, Schachtelkäse etc. etc. - also auch in den meisten rezenten, salzigen Speisen, und ich frage mich immer wieder, warum das so ist. Wird Zucker als Konservierungsmittel verwendet? Einen andern Grund könnte ich mir nicht vorstellen.
Haben Sie eine Antwort auf meine Frage?
Annemarie Schläpfer

27.08.2014 14:51:42 #
| Schläpfer Annemarie
 

Nein, Zucker ist kein Konservierungsmittel.Leider,gilt auch heute noch,selbst unter Sterneköchen der Satz..... Zucker macht das Essen "rund", will heissen in j e d e m Gericht wird immer eine Prise Zucker dazugemischt...Tomatensauce ohne Zucker schmeckt "unrunder" als mit,Zucker...

03.09.2014 19:07:56 #
| Kerstin Seidl

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